Thema: „Haus- und Heimtiere zwischen Tierliebe und Tierleid“

am 07.06. und 08.06.2019

Veranstaltungsort: Kloster Irsee, Klosterring 4, 87660 Irsee

Beginn: 13:00 Uhr

Programm:

Moderation: Dr. Maria Dayen

Freitag, 07.06.2019 - 13:00 bis 15:00

  • Dr. Sandra Giltner: Die Verantwortung des Menschen für das in seiner Obhut befindliche Tier
  • Dr. Olaf Türck: Beiträge des Fachhandels zum Tierschutz in der Heimtierhaltung"
  • M.A. und TÄ Sonja Krämer: Die Haus- und Heimtierhaltung in den Medien

    - Pause -

Workshops 15:30 bis 18:30, Aufteilung der Tagungsteilnehmer auf die folgenden 3 simultanen Gruppen

  • A. "EXOPET-Studie Vögel und Reptilien" - Organisation: Prof. Dr. M.-E. Krautwald- Junghanns (Leipzig)
  • B. "EXOPET-Studie Kleinsäuger und Fische" - Organisation: Dr. A. Schwarzer (München)
  • C. "Kleine Haustiere" (Hunde und Katzen) - Organisation: Dr. F. Kuhne (Gießen)

Geselliges Zusammensein am Freitagabend

Samstag, 08.06.2019, 09:00 bis 13:00

  • Berichte der 3 Workshops über die Workshop-Ergebnisse
  • Diskussion der vorgestellten Ergebnisse aus den Workshops

    - Pause -

  • Fishbowl-Diskussion über das Gesamtthema
  • Tagungsresümee und Einigung auf Eckpunkte für ein Positionspapier der TPT

Die Onlineanmeldung finden Sie hier.

Teilnehmergebühr: 100 €, Studierende der Veterinärmedizin: 75 € gegen Vorlage des aktuellen Studentenausweises.
Die Teilnehmergebühr beinhaltet ein Mittagsessen (Buffet) bei der Anreise vor Veranstaltungsbeginn (ab 12:00 Uhr) und nach Veranstaltungsende.

Eine Übernachtung im Hotel Kloster Irsee ist möglich. Zum 05.05.2019 sind noch 20 Einzelzimmer (69 € inkl. Frühstück/Pers.) bis zum 25. Mai 2019 reserviert. Es ist nur eine Zimmerbuchung vom 07.06 auf den 08.06. möglich. Die Zimmer im Hotel Kloster Irsee können ausschließlich über die Onlineanmeldung zur Tagung gebucht werden. Die Buchung einer Verlängerungsnacht bis 09.06. ist in Kloster Irsee möglich und muss bei Interesse direkt angefragt werden. Anschließend ist eine Übernachtung ausschließlich außerhalb des Hotels Kloster Irsee möglich.

Das Hotel Kloster Irsee bietet ein Abendessen (Buffet) für 19 € an. Dieses Essen ist in der Teilnehmergebühr nicht enthalten. Aus logistischen Gründen ist eine Nutzung dieses Angebotes bzw. die Teilnahme am Abendessen bis zum 17.05.2019 verbindlich zu buchen. Auch diese Buchung ist ausschließlich über die Onlineanmeldung zur Tagung durch zu führen.

Anreise zum Hotel Kloster Irsee 

Tierärztliche Plattform Tierschutz - Ein Sachstandsbericht (Deutsches Tierärzteblatt | 2018; 66 (9))

Thomas Blaha*

* Der Autor ist der Koordinator der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT), der Text wurde mit der Koordinierungsgruppe für die TPT (Dr. Christine Bothmann für den BbT, Dr. Andreas Franzky für die TVT, Dr. Martin Hartmann für die BTK, Dr. Uta Seiwald für den bpt und Dr. Marion Selig für die DVG) abgestimmt

Das Mensch-Tier-Verhältnis hat sich in den letzten Jahren rasant verändert und in der Gesellschaft wird vermehrt anerkannt, dass der Mensch mehr Verantwortung für den Schutz und das Wohlergehen von Tieren übernehmen muss. Dem hat die Tierärzteschaft mit dem „Ethik-Kodex der Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands“ (von der Hauptversammlung des Deutschen Tierärztetags am 30.10.2015 beschlossen), Rechnung getragen. Dieser beginnt mit der Erklärung, dass sich die Tierärzteschaft dazu verpflichtet, „mit ihren fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten in besonderer Weise zum Schutz und zur Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere beizutragen“. Dies anerkennen und leben Tierärztinnen und Tierärzte in den verschiedensten Bereichen der tierärztlichen Tätigkeit – u. a. in der praktischen Tätigkeit am Haustier und in der Landwirtschaft, in der amtlichen Überwachung, in der Wissenschaft, in Zoos. Das breite tierärztliche Aufgabenfeld hat jedoch eine unterschiedliche (Bild) spezifische Ausgestaltung des beruflichen Lebens und der Anerkennung der vielfältigen Verpflichtungen zur Folge. Dies führt u. a. zu einer Fraktionierung der tierärztlichen Tierschutzaktivitäten und ist der Grund, dass im öffentlichen Diskurs über den Schutz und das Wohlergehen der Tiere eine geschlossene „tierärztliche Stimme“ fehlt bzw. nicht wahrgenommen wird.

2018 Osede - Organisation der Tierärztlichen Plattform Tierschutz - TPT

Die durch das tiermedizinische Studium und durch die berufliche Tätigkeit erworbene besondere Tierschutzkompetenz von Tierärzten wird bei den unterschiedlichen Tierschutzinitiativen daher nicht in dem Maße abgerufen und angefordert, wie es aus tierärztlicher Sicht wünschenswert und dem Thema geschuldet wäre. Aufgrund dieser unbefriedigenden Situation wurde Ende 2017 ein Kooperationsvertrag zwischen der Bundestierärztekammer (BTK), dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), dem Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT), der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) und der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) zur Gründung einer „Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT)“ unterzeichnet und am 23.01.2018 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin offiziell umgesetzt. Diese Plattform hat sich zur Aufgabe gestellt, die tierärztlichen Positionierungen zum Tierschutz zu bündeln und sich über einen gezielten Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern und Meinungsbildnern in der Gesellschaft sowie in enger Zusammenarbeit mit einschlägigen anderen Wissenschaftsdisziplinen noch aktiver als bisher in die gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse zur Verbesserung der Lebensqualität aller in menschlicher Obhut befindlichen Tiere einzubringen (siehe Anhang).

Um dieses Ziel ansteuern zu können, wurde eine Organisationsgruppe gebildet, in der die BTK von Dr. Martin Hartmann, der bpt von Dr. Uta Seiwald, der BbT von Dr. Christine Bothmann, die DVG von Dr. Marion Selig und die TVT von Dr. Andreas Franzky vertreten ist, die Koordinierung wurde Prof. Thomas Blaha übertragen. Man einigte sich schnell darauf, dass gezielte Aktivitäten zur Verbesserung der Einbindung tierärztlicher Kompetenz in gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse und politische Entscheidungsfindungen das Definieren einer Ausgangslage voraussetzen. Diese Überlegungen haben zur Durchführung einer Auftaktveranstaltung als Initialzündung für die zu planenden Aktivitäten der Plattform geführt. Der Hauptgedanke dabei war, insbesondere die wichtigsten Beobachter der Tierärzteschaft von „außen“ zu befragen, wie sie die Einbindung der Tierärzte in die vielfältigen Tierschutzaktivitäten der Gesellschaft sehen und dies zu reflektieren, ohne im Einzelnen auf zurzeit kontrovers diskutierte Themen des Tierschutzes einzugehen.

Die Tagung fand am 29./30.06.2018 in der Katholischen LandvolkHochschule in Oesede (Landkreis Osnabrück) statt und war in drei Blöcke gegliedert: Im ersten Block stellten Vertreter der fünf Gründungsorganisationen in knappen Darstellungen ihre Strukturen und Arbeitsweisen sowie ihre bisherigen Tierschutzaktivitäten vor (Referenten: BTK – Prof. Thomas Richter, DVG – Prof. Martin Kramer, bpt – Dr. Uta Seiwald, BbT – Dr. Christine Bothmann und TVT – Dr. Andreas Franzky). Der zweite mit „Sicht-Weisen“ überschriebene Block diente der Darstellung, wie die Tierärzteschaft im Kontext des Tierschutzes von Medien, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), Politik, evangelischer Kirche, Verbraucher und aus tierethischer Sicht wahrgenommen werden. Im dritten Block wurde in einem Dialog im „Fishbowl“ zwischen den geladenen Diskutanten (Dr. Gisela von Hegel, Präsidentin des BNA; Michaela Dämmrich, Tierschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen; Albert Schulte to Brinke, Präsident des Niedersächsischen Landvolkes; MdB Rainer Spiering, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion; Waltraud Fesser, Verbraucherzentrale des Landes Rheinland-Pfalz; Dirk Fisser, Journalist bei der Neuen Osnabrücker Zeitung) und den Tagungsteilnehmern eruiert, welche Handlungsempfehlungen im Sinne der Zielstellung der TPT für die Tierärzteschaft abgeleitet werden können. Die Tagung und die abschließende Diskussionsrunde wurden souverän von Dr. Maria Dayen moderiert.

 

„Sicht-Weisen“ - Die wichtigsten Sicht-Weisen auf die Tierärzteschaft im Kontext des Tierschutzes können folgendermaßen zusammengefasst werden:

Die Medien-Sicht (Christina Hucklenbroich):

In der Tat gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen der Realität des tierärztlichen Berufs und der medialen Darstellung. So werden Tierärzte in den Medien z. B. am häufigsten im Zusammenhang mit Zoo- und Wildtieren gebracht, die große Breite der tierärztlichen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten, wie die Lebensmittelsicherheit sowie die Seuchen- und Zoonosenbekämpfung und -verhütung, werden medial genauso wenig widergespiegelt wie die veterinärmedizinische Forschung. Die abnehmende Reputation des Berufsstand insgesamt – die Bewerberzahl auf das Tiermedizinstudium ist im Gegensatz zur Humanmedizin rückläufig – hat auch mit der (peinlichen) Tatsache zu tun, dass Medien durchaus die unterdurchschnittliche Bezahlung von Tierärzten thematisieren, von der 14 Prozent der angestellten Tierärzte und sogar fast 30 Prozent der Berufseinsteiger in der tierärztlichen Praxis betroffen sind. Dies abzustellen und damit die Reputation des Berufsstands zu verbessern, ist eine der Voraussetzungen dafür, dass der Tierärzteschaft im öffentlichen Diskurs, u. a. auch über den Tierschutz, mehr Gewicht beigemessen wird.

Die NGO-Sicht (Matthias Wolfschmidt):

Tierärztliche Verlautbarungen und insbesondere tierärztliche wissenschaftliche Veröffentlichungen spielen bei politischen Entscheidungen keine Rolle. Die Tierärzteschaft „wuchert nicht mit ihren Pfunden“ und bleibt in der Wahrnehmbarkeit ihrer Positionen weit hinter kampagnenerfahrenen Organisationen wie dem Deutschen Bauernverband oder dem Deutschen Tierschutzbund zurück. Die Tierärzteschaft muss deutlicher die anhand vorhandener Tierschutz- und Tiergesundheitsindikatoren mögliche Messbarkeit der Lebensqualität und der Gesundheit der Tiere einfordern und mitgestalten.

Die Politik-Sicht (MdB Dr. Kirsten Tackmann):

Die Tierärzteschaft muss lernen, dass nicht nur die Regierung der Ansprechpartner für politische Forderungen ist. Viel wichtiger ist das Parlament, mit dem zu wenig in Kontakt getreten wird. Beim Vortragen und Verteidigen wichtiger und fachlich richtiger Argumente muss noch mehr darauf geachtet werden, dass diese nicht als pure Interessenvertretung missverstanden wird. Wichtig ist, die fachliche Autorität bzw. die Deutungshoheit bei rein tierärztlichen Themen (wieder) zu erringen. Und es ist wichtig, bei Kontakten mit Politikern und Parlamentariern viel bewusster eine Sprache zu verwenden, die beide Seiten verstehen.

Die Kirchen-Sicht (Dr. Clemens Dirscherl):

Tierärzte müssen sich noch viel stärker als bisher in das Interaktionsgeflecht der lokalen, regionalen, nationalen und globalen Bemühungen um die Nachhaltigkeit bei der Versorgung des Menschen mit Lebensmitteln einbringen. Dabei geht es darum, dass tierärztliche Kompetenz benötigt wird, um einerseits die Mitgeschöpflichkeit der Tiere und andererseits die Notwendigkeit einer ausreichenden Ernährungsgrundlage für alle Menschen zu „versöhnen“ und gleichzeitig die agrarische Tragfähigkeit der Erde nicht überzustrapazieren.

Die Verbraucher-Sicht (Waltraut Fesser):

Die Verbraucher wollen keine komplizierten Er-klärungen, z. B. zu den Labels, und keine Debatten über zu fachliche Themen, wie die Bewertung der Alternativen zur chirurgischen Ferkelkastration, sondern sie wollen eigentlich nur sicher sein, dass die Haltungsbedingungen „für die Tiere gut“ sind und die Lebensmittel von gesunden Tieren stammen. Letzteres ist ein Verbraucherwunsch, der der tierärztlichen Tätigkeit viel mehr Bedeutung verleihen kann, wenn man ihm entsprechen würde, z. B. durch eine konsequent durchgeführte und gut kommunizierte tierärztliche Bestandsbetreuung mit dem Ziel der aktiven Verbesserung der bei Weitem nicht überall optimalen Tiergesundheit.

Die Tierethik-Sicht (PD Dr. Johann Ach):

Tierärzte haben eine direkte und eine indirekte besondere Verantwortung, weil sie im Rahmen der Mensch-Tier-Beziehung eine privilegierte Stellung haben, die verpflichtend ist. Die Ethik sieht für den tierärztlichen Beruf ein Spannungsfeld zwischen der Integrität des eigenen Handelns und der nicht zu vermeidenden Komplizenschaft bei der Nutzung von Tieren. Dies muss „ausgehalten“ werden. Daher ist es wichtig, die negativen Pflichten dem Tier gegenüber (Vermeidung von Schmerzen Leiden und Schäden) und die positiven Pflichten (Ermöglichung einer höchstmöglich guten Lebensqualität der Tiere) gleichermaßen zu erfüllen.


Schlussfolgerungen:

Aus dem Verlauf der Tagung und insbesondere aus dem dritten Block, der abschließenden „Fishbowl-Diskussion“, lassen sich folgende erste Handlungsempfehlungen ableiten:

- Die Presse-/Medienarbeit der Tierärzteschaft soll medientauglicher (professioneller) und freier von Fachjargon werden (Redakteure, aber auch nicht akademische Leser müssen die Botschaften verstehen). Dabei muss man mit wichtigen Themen aktiv auf die Medien zugehen und nicht warten, bis man gefragt wird. Die TPT soll sich als Informationsquelle und als aktiver Kontaktsucher zur Presse aufstellen.

- Die Tiergesundheitskompetenz der Tierärzteschaft soll, v. a. angesichts der seit Jahrzehnten gleichbleibend zu hohen Zahl von krankheitsbedingten pathologischen Veränderungen bei Schlachttieren, aktiv in die Tierschutzdebatten eingebracht werden. Hier gilt es, durch die TPT die politische Unterstützung für die Einführung eines Tiergesundheitsmonitorings für landwirtschaftliche Tierhaltungen einzufordern. Durch die damit verbundene Forderung nach einer verpflichtenden tierärztlichen Bestandsbetreuung kann und muss sowohl die Tiergesundheit verbessert und insbesondere der tierschutzrechtlich gebotene, sorgsame Umgang mit kranken oder verletzten Tieren umgesetzt werden.

- Die Forderung nach einer Überarbeitung der Nutztierhaltungsverordnung und insbesondere der §§ 5 und 6 des Tierschutzgesetzes muss als eindeutiges Signal aus der Tierärzteschaft (auch hier über die TPT) aktiv in die Politik getragen werden. Dabei können die BTK-Position zur Nutztierhaltung und die einschlägige Merkblätter der TVT als fachliche Zuarbeit hinzugezogen werden

- Tierärztliche Positionierungen, z. B. die medizinisch begründbare Aussage, der sogenannte „4. Weg“, die Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration, ist die aus Tierschutzsicht fragwürdigste der diskutierten Alternativen zur betäubungslosen Kastration, oder die Ablehnung der LangstreckenLebendtransporte von Nutztieren in Länder mit niedrigem Tierschutzstandard, sollen über die TPT deutlicher und „lauter“ kommuniziert werden.

- Eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel auf dem Gebiet der Tierschutzverbesserungen soll auch von der Tierärzteschaft mit konkreter Unterstützung entsprechender Projekte vorangetrieben werden.

- Der Ethik-Kodex der Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands soll innerhalb der Tierärzteschaft, aber auch bei den gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich mit Tierhaltung (Nutztiere und Haus- und Heimtiere gleichermaßen) und Tierschutz auseinandersetzen, aktiver als bisher kommuniziert werden.

Die Gründungsorganisationen und insbesondere die Koordinierungsgruppe werden die Ergebnisse der Tagung noch weiter analysieren und in den nächsten Wochen die nächsten Aktivitäten und Folgeveranstaltungen der nun in Gang gekommenen Tierärztlichen Plattform für Tierschutz beraten. Die TPT wird darüber zu gegebenen Zeitpunkten in geeigneter Form informieren.

Anhang:

Kooperationsvertrag zur Gründung der „Tierärztlichen Plattform Tierschutz“ (Auszug)

Die Bundestierärztekammer e. V., vertreten durch ihren Präsidenten Dr. Uwe Tiedemann,
der Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V., vertreten durch seinen Präsidenten Dr. Holger Vogel,
der Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V., vertreten durch seinen Präsidenten Dr. Siegfried Moder,
die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e. V., vertreten durch ihren Präsidenten Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer und
die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V., vertreten durch ihren Vorsitzenden Prof. Dr. Thomas Blaha

– im Folgenden Kooperationspartner genannt –

vereinbaren den nachfolgenden Kooperationsvertrag zur Gründung der „Tierärztlichen Plattform Tierschutz“:

§ 1 Definition, Ziele

(1) Die Tierärztliche Plattform Tierschutz will den konstruktiven Dialog zur ethischen Verantwortung des Menschen für das Tier zwischen den Akteuren fördern und vermittelnd wirken. Dazu sollen breite Kreise der Gesellschaft und themenverwandter natur- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen mit einbezogen werden. Die öffentliche Debatte über das sich verändernde Mensch-Tier-Verhältnis wird derzeit größtenteils emotional geführt. Das Ziel ist, mit tierärztlicher Kompetenz die Versachlichung der z. T. hitzigen Tierschutzdebatte zu erreichen, da messbare Verbesserungen der Lebensqualität der in menschlicher Obhut befindlichen Tiere nur mit gegenseitigem Respekt und im gesellschaftlichen Konsens zu erzielen sind.

(2) Ziel der Tierärztlichen Plattform Tierschutz ist es ferner, die besondere Rolle der Tierärzteschaft im Tierschutz auch in anderen gesellschaftlichen Kreisen zu verdeutlichen und ein Tierschutzverständnis aus tierärztlicher Sicht zu vermitteln. Es sollen neueste wissenschaftliche Kenntnisse verbreitet, aber auch Wissen und Verständnis in die Breite der Bevölkerung getragen werden.

Tierärztliche Plattform Tierschutz“ (TPT) - Auftaktveranstaltung
am 29./30.6.2018 an der Katholischen Landvolkhochschule Oesede (KLVHS)

Der „Ethik-Kodex der Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands“, offizielles Dokument der Tierärzteschaft seit dem 30. Oktober 2015, sagt zu Beginn, dass sich die Tierärzteschaft dazu verpflichtet, „mit ihren fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten in besonderer Weise zum Schutz und zur Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere beizutragen“. Dies anerkennen und leben Tierärztinnen und Tierärzte in den verschiedensten Bereichen der tierärztlichen Tätigkeit (bei der praktischen Tätigkeit beim Haustier und in der Landwirtschaft, in der amtlichen Überwachung, in der Wissenschaft, in Zoos u.v.a.m.), was naturgemäß zu einer Fraktionierung der tierärztlichen Tierschutzaktivitäten führt. Die „Tierärztliche Plattform Tierschutz“ hat sich zur Aufgabe gestellt, die tierärztlichen Positionierungen zum Tierschutz zu bündeln und sich über einen gezielten Dialog mit den verschiedensten Stakeholdern und Meinungsbildnern in der Gesellschaft noch aktiver als bisher in die gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse zur Verbesserung der Lebensqualität aller in menschlicher Obhut befindlichen Tiere einzubringen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, an der disziplinenübergreifenden Diskussionsveranstaltung teilzunehmen.

Programm

29.6.2018 Anreise aller Teilnehmer bis 12.00 – gemeinsames Mittagessen

13.00: Eröffnung und Einführung (Diakon Johannes Buß und Prof. Thomas Blaha)
13.15: Kurze Vorstellung der bisherigen Tierschutzaktivitäten der tierärztlichen Gründungsorganisationen der Tierärztlichen Plattform Tierschutz:

  • TK Prof. Thomas Richter
  • DVG Prof. Michael Erhard und Prof. Stephanie Krämer
  • bpt Dr. UBta Seiwald
  • BbT Dr. Christine Bothmann
  • TVT Dr. Andreas Franzky

14.30: Kaffeepause
15.00: Grußwort: Theo Paul (Generalvikar Bistum Osnabrück)
15.30: „Sicht-Weisen I“
Die Medien-Sicht auf Tierärzte: Christina Hucklenbroich (freie Journalistin)
Die NGO-Sicht auf Tierärzte: Matthias Wolfschmidt (Foodwatch)
Die Politik-Sicht auf Tierärzte: Dr. Kirsten Tackmann (MdB, Die Linke)

17.15: Diskussion der Nachmittagsvorträge
18.00: Gemeinsames Abendessen

Anschließend Gedankenaustausch zwischen Referenten und Teilnehmern in entspannter Atmosphäre im gastronomischen Bereich der KLVHS in Oesede

30.6.2018 Frühstück (in KLVHS oder in den Hotels)

8.30: „Sicht-Weisen II“

  • Die ev.-Kirchen-Sicht auf Tierärzte: Dr. Clemens Dirscherl (EKD)
  • Die Einzelhandels-Sicht auf Tierärzte: Dr. Ludger Breloh (REWE)
  • Die Tierethik-Sicht auf Tierärzte: PD Dr. Johann Ach (Universität Münster)

10.00: Kaffeepause

10.30: Podiumsdiskussion mit:

  • Frau Dr. Maria Dayen (Moderation)
  • Frau Dr. Gisela von Hegel (BNA)
  • Frau Michaela Dämmrich (TierSchBeauftr. des Landes Ndrs.)
  • Herr Albert Schulte to Brinke (Landvolk Ndrs.)
  • Herr Dirk Fisser (Journalist bei der Neuen Osnabrücker Zeitung -NOZ)
  • Frau Waltraud Fesser (Verbraucherzentrale Rheinlandpfalz und vzbv Berlin)

12.00: Tagungsresümee Prof. Thomas Blaha

Anmeldung: per eMail, Fax oder Telefon unbedingt erforderlich bei Katholische LandvolkHochschule Oesede (KLVHS) Gartbrink 5, 49124 Georgsmarienhütte, Tel.: 05401/8668-0, Fax: 05401/8668-60, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.klvhs.de

Tagugsgebühr: 50,- €
Verpflegung in KLVHS: 65,- €
Übernachtung: Die KLVHS vermittelt gern ein Zimmer mit Frühstück in der KLVHS
oder in einem nahegelegenen Hotel. Bitte bei der Anmeldung unbedingt angeben.

Ansprechpartner in der KLVHS: Diakon Johannes Buß, Schulleiter der KLVHS Oesede und
Ansprechpartner für Umweltfragen im Bistum Osnabrück, Tel.: 05401/8668-12, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ansprechpartner der Tierärzteschaft: Prof. Dr. Thomas Blaha, Koordinator der Plattform
Tierschutz (TPT), Tel.: 0160 96917604, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Flyer zur Veranstaltung